Schwerer Gegner beim Auftakt der Regionalliga

SFB '94 - USV Potsdam am 17.09.2016

Das Spiel war zu Ende, aber alle Beteiligten waren immer noch aufgekratzt. So richtig konnten es die Akteure des Regionalligisten SFB 94 noch nicht fassen, was passiert war. Vor einer Rekord-Kulisse von mehr als 200 Zuschauern mit prächtiger Stimmung und Unterstützung für die neue Mannschaft unterlag man am Ende deutlich mit 0:3 (11:25; 22:25; 14:25). 

Dabei fühlte sich das alles gar nicht so an. Die Zuschauer sahen ein unterhaltsames und gutklassiges Regionalliga-Spiel, bei dem der USV Potsdam unbedingt seiner Favoritenrolle gerecht werden wollte und bei dem die neuformierte SFB – Mannschaft zunächst riesigen Respekt vor der Kulisse hatte. Mit den Volleyball-Kids der U12 an der Hand liefen die Schützlinge von Torsten Sykora mit großem Enthusiasmus und begleitet von freundlichem Applaus auf, um dann im ersten Satz einfach noch nicht eingestellt zu sein auf die ungewohnten äußeren Bedingungen.

 

Die volle Wucht der USV-Aufschläge und Angriffe rollte auf den SFB 94 zu und in jedem Fall wehrte sich das Team tapfer, zeigte großen Einsatz in der Abwehr, fand aber überhaupt nicht ins eigene Spiel. Zu groß war wohl der Druck, der auf jeder einzelnen Spielerin lastete, um die nötige Lockerheit in die Aktionen zu legen. Wenn auch das Satzergebnis sehr deutlich mit 11:25 für die Überlegenheit der Gäste sprach, zeigte aber die Spielzeit von mehr als 25 Minuten, dass die Punkte nicht einfach verschenkt wurden.  

Ein ganz anderes Bild zeigte sich dann in Satz 2: Zunächst noch leichter Rückstand für den SFB zogen die Brandenburgerinnen bei 7:7 gleich, gingen 10:8 in Führung und bauten diese Führung systematisch und unter dem Jubel der Fans aus. Im Zuspiel glänzte Melina Wilke mit einigen überraschenden Legern auf den „Marktplatz“, Sabrina Harnisch traf in altgewohnter Manier aus der Mitte und vor allem druckvolle Aufschläge, z.B. von Alica Blecher sorgten dafür, dass die spielerische Lockerheit beim Gegner abhandenkam. Die 22:18 – Führung des SFB ließ keinen Zuschauer in der Halle mehr zweifeln, dass der Satz noch gedreht werden könnte. Doch genau da zog der USV seine Trumpfkarte Erfahrung und Abgeklärtheit. Mit Spielertrainerin Julia Löchel, Tanja Bergmann und Tina Patzner an der Spitze baute der USV erneut sein druckvolles Spiel über ganz starke Aufschläge und präzise Angriffe auf, während beim SFB so etwas wie die Angst vor dem Gewinnen die Aktionen lähmte. Trotzdem zählte der Satz zu den Mutmachern des Abends, denn jeder sah, dass mit dem neuen SFB 94 auch in dieser Saison zu rechnen sein wird. Etwas Zeit wird das Team um Torsten Sykora noch benötigen, um das vorhandene Können auch in solchen Situationen abrufen zu können. 

Im Fazit kurz nach dem Spiel zeigte sich der sonst so abgeklärte und wohltuend unaufgeregte Trainer Sykora ebenfalls sehr beeindruckt von dem Saisonstart vor dieser Kulisse, kam aber schnell wieder auf den Punkt: „Wir werden die spielerischen Defizite des Abends schnell auswerten und insbesondere an der Blockarbeit und an der Effizienz der Außenangriffe arbeiten. Aufschläge können meine Mädels besser, als sie es über den Spielverlauf zeigten. Überhaupt bin ich weiterhin optimistisch, dass wir mehr von dem vorhandenen Können abrufen können, wenn die verständliche Aufregung bei allen Spielerinnen umschlägt in Motivation.“  

Nächste Woche geht es am Samstag im zweiten Heimspiel bereits um die Umsetzung der Erkenntnisse aus diesem Spiel gegen einen weiteren Uni-Vertreter der Liga, den USC Magdeburg. Dieses Spiel wird in der Halle am Marienberg ausgetragen, in dem sich zwei gleichwertige Mannschaften gegenüber stehen. Vielleicht gelingt ohne Druck eine weitere Steigerung.

  

Jody Heidel (1); Melina Wilke (2); Sabine Zacharias (3); Vivien Malyske (4); Gina Schilke (6); Sabrina Harnisch (7); Anett Engel (8); Tina Hinze (10); Franca Grellmann (11); Steffi Raddatz (12); Alica Blecher (13); Sarah Jeworski (17)