Heimspiel SFB 94 gegen TSV Tempelhof/Mariendorf

Frauen vom SFB 94 gewinnen im Spitzenspiel gegen TSV Tempelhof/Mariendorf

 Es lag schon eine gewisse Spannung in der Luft, als sich die bis dahin ungeschlagenen Regionalligisten vom SFB 94 und vom TSV Tempelhof/Mariendorf am Samstagabend in der Halle am Wiesenweg zum Spitzenspiel Zweiter gegen Dritter gegenüberstanden. Eine Serie würde reißen und obwohl Trainer Buchholz sowie Mentaltrainer Sven Näther die Devise ausgaben, das Spiel mit genügend Lockerheit anzugehen, merkte man auch den SFB-Frauen an, dass dieses Spiel für sie eine gewisse Bedeutung hatte. Immerhin spielte man vor einer würdigen und wieder stimmungsvollen Kulisse mit ca. 150 Zuschauern und der Gegner aus Berlin ließ bislang aufhorchen durch seine klaren Siege selbst gegen Mitfavorit USV Potsdam. Doch nach wenigen Minuten war allen Beteiligten in der Halle klar,

dass die SFB 94-Mädels auf den Sieg brannten wie nie zuvor. Nicht sie waren nervös, sondern die Gäste aus Berlin, die sich vom wuchtigen Angriffsfeuerwerk aus allen Positionen zunächst schwer beeindruckt zeigten. Da stimmte dieses mal alles: Sichere Annahme, ideenreiches Zuspiel und dann kamen die Außenangreiferinnen Gina Schilke, Eileen Heidebrecht und immer wieder Marie Dreblow (später zum wertvollsten Spieler beim SFB gekürt) mit Power am Block vorbei. Den I-Punkt setzte zudem Mittelblockerin Sabrina Harnisch, der nach kurzem Zuspiel Schmetterbälle gelangen, die den Gegner förmlich abschossen. Beim Stand von 9:7 für den SFB nahm der TSV seine erste Auszeit und spätestens hier wussten alle, dass die Berliner an diesem Abend mal nicht eben nur kurz 3 Punkte aus Brandenburg holen würden. Es entwickelte sich ein echtes Spitzenspiel, wie man es sich in dieser Klasse vorstellt: Spektakuläre Ballwechsel, Kampf, Technik, Spaß und Spannung. Kurzzeitig drohte der Satz beim Stand von 14:15 zugunsten von Tempelhof zu kippen, der SFB zeigte jedoch die gewachsene Spiel- und Nervenstärke und zog das Tempo wieder an, um den Satz ungefährdet mit 25:22 zu gewinnen. Immerhin hatten die Buchholzschützlinge mit diesem Satzgewinn zu diesem Zeitpunkt schon mehr geschafft als alle anderen Gegner des TSV, der nunmehr seine Nerven besser im Griff hatte und im zweiten Satz zeigte, warum die Mannschaft bislang so erfolgreich war. Zum Satzbeginn hielt der SFB noch sein hohes Tempo und die kraftraubende Spielweise aufrecht, bis dann leichte Konzentrationsmängel dazu führten, dass sich der TSV nach einem 8:8 mit 13:8 klar absetzen konnte. Hier tat sich immer wieder Anita Burchardt mit ihrer Drittliga-Erfahrung hervor. Den nun erspielten Vorsprung gaben die Berliner nicht mehr aus der Hand und behielten schließlich mit 25:18 die Oberhand. Trainer Buchholz behielt die Nerven und fand in der Satzpause die richtige Ansprache. Gleich zu Satzbeginn punkteten Gina Schilke und Eileen Heidepriem, der SFB fand damit wieder den Rhythmus aus dem ersten Satz und zog ein sehr variables und druckvolles Angriffsspiel auf. Dieses Spiel zeigte erneut Wirkung. TSV – Trainer Gerald Kanig nahm beim Stand von 2:5 die erste und beim Stand von 8:14 seine zweite Auszeit, wechselte auf mehreren Positionen und hatte am Ende keine Chance, dem Druck der Brandenburger etwas entgegenzusetzen. Die Halle tobte, als es 24:19 für den SFB stand und nach einer kleinen Zittereinlage endlich Sabrina Harnisch zum 25:22 punktete. Über den 4. Satz ist schnell berichtet. Dieses Mal zog der TSV unwiderstehlich davon; es stand es schon 7:0, bevor den trotzdem unermüdlich kämpfenden SFB – Frauen der erste Punkt gelang. Der Charakter der Mannschaft zeigte sich dennoch, als auch nach einem 12:5 und 18:10 Rückstand noch weiter gekämpft wurde und der Satz nicht einfach verschenkt wurde. Diese Einstellung half dem Team schließlich, im bereits 4. Tiebreak-Spiel auch nach kurzzeitigem Rückstand von 3:5 wieder zurückzukommen und zur Tiebreakpause mit 8:7 die Seiten zu wechseln. Jetzt endlich war der Bann gebrochen. Die sichere Abwehr ließ nichts mehr anbrennen und im Angriff endete das Spiel, wie es begann: Mit einem tollen Feuerwerk an Angriffsschlägen, die zum viel umjubelten 15:9 führten. Mannschaft, Trainer, Fans jubelten zu Recht: In einem würdigen Spitzenspiel Spitze gespielt und die Tabellenspitze erneut erobert! Alles Spitze beim SFB 94? Nach dem verdienten Jubel zog schnell wieder die bewundernswerte Ruhe beim Team ein. Eileen Heidepriem mit ihrer Erfahrung auch aus höheren Ligen kommentierte das so: „Wir freuen uns über den Augenblick und über die aktuelle Tabellensituation. Nach 5 Spielen da oben zu stehen, ist schon schön. Dennoch ist das Ergebnis zu relativieren aufgrund der unterschiedlichen Anzahl der Spiele. Euphorie ist nicht unsere Sache. Wir wollen einfach nur spielen und am liebsten gewinnen.“ Sprach’s und zog mit einem Zwinkern von dannen. Wenn dem so ist, dann kann es den Fans doch wohl nur recht sein.

Der nächste Gegner kommt wieder aus Berlin. Am 07.11. geht es um 19.00 Uhr gegen Rotation Prenzlauer Berg II.

Der SFB 94 spielte mit: Jody Heidel (1), Sabrina Böhme (4), Gina Schilke (6), Sabrina Harnisch (7), Eileen Heidepriem (8), Daniela Hüttig (9), Andrea Bürger (10), Alica Blecher (13), Marie Dreblow (15)

besta

 Anlage: Foto (privat):

 Sabrina Harnisch spielt seit Saisonbeginn wieder für den  SFB 94, nachdem sie als „SFB-Urgestein“ ein Jahr in der dritten Liga für den VSV Havel Oranienburg spielte. Mit 1,90 m ist Sabrina Harnisch die größte Spielerin des SFB 94 und gehörte am Samstag gegen den TSV Tempelhof zu den Besten.